geschichte

Stadtteilzentrum Vauban 037 – Ein Haus für alle Fälle

Das Haus 037 ist ein ehemaliges Kasernengebäude. In der Nazizeit 1937/38 erbaut, wurde es von den französischen Streitkräften nach Ende des 2. Weltkriegs bis 1992 als Offizierscasino genutzt. Nach der Wiedervereinigung begann 1993 die zivile Nutzung des Hauses mit der SUSI – Bauküche, dem Essenstreff für Obdachlose und der Kindertagesstätte.
Nach den ursprünglichen Plänen der Stadt Freiburg hätte das alte Offizierscasino neuen Wohngebäuden weichen sollen. Doch die Bewohner*innen des Vaubans kämpften für ihr Zentrum und so konnte es zum Gemeinwohl des Stadtteils erhalten werden. Seit 2001 wird es von einem eigenen Trägerverein verwaltet.

Verein

Dieser Verein hat im November 2001 mit der Stadt Freiburg einen Erbpachtvertrag, einen Vertrag über den Investitionskostenzuschuss und einen Vertrag über die Nutzung der Räumlichkeiten im Haus geschlossen. Damit war der Grundstein gelegt und das Haus konnte für 1 DM (0,51 €) den Eigentümer wechseln.
Die maßgeblichen Grundsatzentscheidungen fallen in der Mitgliederversammlung des Trägervereins, Entscheidungen an welche gemeinnützigen Institutionen vermietet wird, entscheidet der ehrenamtliche Beirat. Die Verwaltung obliegt aus haftungsrechtlichen Gründen dem in Teilzeit (50%) angestellten geschäftsführenden Vorstand. Im Fall der Insolvenz fällt das Erbbaurecht an die Stadt zurück.

Verwaltung

Die Verwaltung eines Gebäudes an sich ist kein gemeinnütziger Zweck, der Trägerverein ist daher im Sinne des Steuergesetzes nicht gemeinnützig. Dennoch ist der Verein gemäß seiner Satzung selbstlos tätig. Maßgeblicher Zweck des Trägervereins ist der Aufbau und der Betrieb eines sozio-kulturellen Stadtteilzentrums für den Stadtteil Freiburg-Vauban.
Dieser Zweck wird in enger Zusammenarbeit mit der Bewohner*innenschaft des Stadtteils, der Quartiersarbeit, dem Stadtteilverein Vauban e.V. sowie der Stadt Freiburg verwirklicht. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden – also entweder für den Aufbau und Betrieb des sozio-kulturellen Stadtteilzentrums oder für die ideelle und materielle Unterstützung der Initiativen und Institutionen, die an Aufbau und Betrieb des Stadtteilzentrums teilnehmen.

Kita und Juks

Von den etwa 2.000 Quadratmetern Nutzfläche besitzt die Stadt für die Kinder- und Jugendarbeit ein Belegungsrecht für etwa 600 Quadratmetern. Zwei Räume (ca. 270 Quadratmeter) stehen den Bewohner*innenn für Versammlungen, Veranstaltungen oder Feiern zur Verfügung. Auf etwa 240 Quadratmetern wird eine Gaststätte betrieben. Die übrigen Räume sind an gemeinnützige Einrichtungen vermietet, die zum Teil auch wieder an Gruppen untervermietet werden (siehe Vermietung).

Renovierung

Die Renovierung hat etwa 1,4 Mio € gekostet. Der größte Teil dieser Summe, etwa 900.000 €, wurde aus öffentlichen Mitteln der Entwicklungsmaßnahme Vauban der Stadt Freiburg bereitgestellt. Einen Teil diese Mittel hat die Stadt übrigens aus den Grundstücksverkäufen im Stadtteil refinanziert. Mehr als 500.000 € musste das Stadtteilzentrum Vauban 037 e.V. selbst aufbringen. Da der Verein nicht über Eigenmittel verfügt, warb er etwa 210.000 € als Direktdarlehen von Bewohner*innen oder Institutionen im Stadtteil ein. 300.000 € nahm er als Bankdarlehen auf. Die Darlehen finanzieren sich über die Mieteinnahmen des Trägervereins.

Heute

Das Stadtteilzentrum ist fester Bestandteil des Quartierlebens. Insbesondere die beiden Säle werden an allen Wochentagen für Info- und Diskussionsveranstaltungen, Treffen der Quartiersarbeit, Kurse und Workshops, Vorträge und Chorproben, Kino und freies Theater, Geburtstags- und Hochzeitsfeiern sowie Musikvorführungen vielfältig genutzt und ist nahezu voll ausgelastet. Das Restaurant „Der Süden“ erfreut sich großer Beliebtheit weit über das Viertel hinaus und vor den Ständen des Bauernmarkts treffen sich jeden Mittwoch die Bewohner*innen zum Plausch, bevor sie ihre Taschen mit lokalen Erzeugnissen füllen.

rückspiegel

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